3. Netzwerktreffen

Vom 31.1.-2.2.2014 fand das 3. Netzwerktreffen zur Prävention sexualisierter Gewalt in jugendbewegten Gruppen auf dem Wandervogelhof Reinstorf statt.
Organisiert wurde das ganze von Mitgliedern der Arbeitskreise „Tabubruch“ und „Schatten der Jugendbewegung“.

Am Freitag fanden sich die Teilnehmer*innen aus den verschiedenen Bünden ein und es lernte sich kennen, wer sich noch unbekannt war.
Danach wurde alles mit einem Kurzfilm, der den Titel „Stille Krieger“ trug, eingeleitet. Dieser stimmte alle nachdenklich, führte zu einem ersten Gedankenaustausch und zu den ersten Diskussionen.
Am Samstag morgen wurde mit einem kurzen Blick auf den erstellten Tagesablauf begonnen, der direkt um die verschiedenen Anliegen und Wunschthemen der Teilnehmer*innen erweitert wurde.
Dann ging es an die inhaltliche Arbeit. Jeder anwesende Bund stellte einmal seine Arbeit vor, wie der momentane Stand ist, was bereits umgesetzt wurde, was noch umgesetzt werden soll und wo sie Probleme haben.
Auf diese Art und Weise wurden auch direkt die ersten Fragen beantwortet.
Es ging um Fragen wie:
„Wie geht man dieses Thema in seinem Bund / seiner Gruppe an?“
„Ist eine Selbstverpflichtung / ein Ehrencodex dabei hilfreich?“
„Ist es sinnvoll, die Eltern mit in die präventive Arbeit ein zu beziehen?“
„Kann man bereits mit Kindern zu diesem Thema arbeiten? Und wie könnte diese Arbeit dann aussehen?“
Es wurde viel gefragt, viel diskutiert, zugehört und beantwortet.

Am Nachmittag wurden die Teilnehmer*innen von Rosé über die Geschichte der Pädophilie in der Bündischen Jugend aufgeklärt. Sie erhielten Einblicke in ihre Entstehung, ihre Umsetzung in Lagern oder Jugendanstalten, ihren Verlauf und die Veränderungen im Laufe der Jahre.
Das alles geschah mit Hilfe von Postkarten, Büchern, Fotos etc.
Es war ein schweres und betroffen machendes Thema, aber trotzdem wichtig für uns und interessant.
Danach wurde dann von Mali auf das viel umstrittene Thema Führungszeugnisse anhand der Vorgehensweise der Arbeitsgemeinschaft Hamburger Pfadfinderverbände eingegangen.
Er erklärte, welche Formulierungen zu beachten sind und wie man mit ihnen umgehen kann.
Zusätzlich wurden alle Fragen, die es zu diesem Thema gab, geduldig beantwortet.

Am Ende des Tages wurde es etwas gemütlicher und die bisherigen „Tabubrecher“ erzählten, wie sie sich zusammengefunden haben, wie ihr Weg bis zum Meißnertreffen war, wie es auf dem Meißner selbst lief und wie es danach für sie weiter ging.
Außerdem erklärten sie, welche weiteren Verläufe sie sich wünschen würden, da sich die Arbeitskreise „Schatten der Jugendbewegung“ und „Tabubruch“ sehr überschneiden.
Aus dieser Runde entwickelten sich dann mehrere kleinere Gespräche und der Abend fand einen gemütlichen Ausklang.

Sonntag morgen wurde dann gepackt und die ersten machten sich schon wieder auf den Heimweg. Einige blieben noch und diskutierten weiter über die Zukunft des AK Tabubruch.
Das Ergebnis dieses Austauschs ist nun zu sehen, der AK Tabubruch existiert weiter als überbündischer Zusammenschluss von Menschen, die sich in ihren Gruppen zum Thema Prävention engagieren wollen und sich darüber hinaus kontinuierlich professionell fortbilden wollen.

Mehr zum Selbstverständnis des Kreises findet ihr hier.

Bericht von Mascha