5. Netzwerktreffen

Das fünfte Netzwerktreffen des Arbeitskreises Tabubruch fand vom 29.-31.01.2016 auf Schloss Martinfeld statt. Die Anreise zog sich spät in den Freitag Abend. Beim Ankommen und Kennenlernen wurden schon Themen für das Treffen gesammelt, mit denen wir am Samstag direkt in ein arbeitsreiches Wochenende einsteigen konnten.

Zunächst wurde eine Vertraulichkeitsvereinbarung erarbeitet, die von nun an die Grundlage für die Arbeit auf den Netzwerktreffen bildet und von allen Teilnehmern unterschrieben wird. Dies schafft eine transparente und vertrauliche Basis für die Arbeit und den Austausch von Informationen auf dem Netzwerktreffen.

Auf Anfrage des ÜT 2017 wird der Arbeitskreis Tabubruch auf dem Lager präsent sein. Es werden Ansprechpersonen und die Ausstellung des Meißnerlagers vor Ort sein. Außerdem soll ein Schutzkonzept erstellt werden.

Ein großer Erfolg des Treffens war die Erarbeitung eines Leitfadens mit Empfehlungen für überbündische Veranstaltungen, der den Organisatoren helfen kann, ihre Veranstaltungen und Projekte sicherer zu machen und für Prävention und den Schutz von Betroffenen zu sensibilisieren.

In großer Runde wurde sich anschließend vertraulich über Menschen unter Verdacht ausgetauscht, mit dem Ziel, dass Netzwerk der Tabubrecher zu stärken und es unerwünschten oder ausgeschlossenen Menschen zu erschweren, sich neuen Gruppen anzuschließen, in denen sie noch unbekannt sind. Außerdem wurde über aktuelle Verfahren und Fälle gesprochen.

Des weiteren fand eine Diskussionsrunde zum Thema Machtmissbrauch statt, in der es vor allem darum ging, wie ein solcher erkannt und respektvoll und sinnvoll angesprochen werden kann. Eine gemeinsame Gesprächsgrundlage wie ein Verhaltenskodex kann dafür sehr hilfreich sein.

Zum Abschluss des Tages hörten wir das Hörspiel „Hau ab du Angst“, das als gleichnamiges Theaterstück deutschlandweit an Schulen aufgeführt wird. Es soll Kinder an das Thema sexueller Missbrauch heranführen und für das Nein-sagen sensibilisieren. Eine der Darstellerinnen stand außerdem anschließend für eine Diskussion zur Verfügung und gemeinsam ließen wir schließlich den Abend in einer Singerunde ausklingen.

Am Sonntag wurden in Kleingruppen weitere Themen bearbeitet:

  • die Ausstellung des Meißnerlagers wurde sortiert und dokumentiert,
  • die Organisation des nächsten Netzwerktreffens vom 27.-29.01.2017 wurde vergeben,
  • die Homepage aktualisiert
  • weitere Organisatorische Fragen des Arbeitskreises besprochen oder delegiert
  • und ein Entwurf für einen Brief der Stiftung Tabubruch erarbeitet.

Die Stiftung soll Präventionsseminare in den Bünden, Unterstützungen von Bünden in der Intervention durch Beratung, Supervision, Mediation und Austauschtreffen bezuschussen.

Nach einem sehr produktiven Wochenende zerstreuten sich schließlich alle in ihre Bünde, mit dem Gefühl, ein gutes Stück weiter gekommen zu sein, ein gemeinsames Verständnis unserer Arbeit in den Bünden und eine gemeinsame Haltung entwickelt zu haben.